Privatgutachten

Privatgutachten – Parteigutachten

Privatgutachten oder auch Parteigutachten, bezeichnet die Untersuchung und sachverständige Beurteilung eines Sachverhalts durch einen Gutachter im Auftrag einer Partei anstatt des Gerichts. Dies drückt jedoch nicht aus, dass es sich um ein Gefälligkeitsgutachten handelt.Wird vor einem Prozess ein Gutachten von einer der streitenden Parteien bei einem Sachverständigen eingeholt, so kann dieses Gutachten im (eventuell folgenden) Prozess bei Gericht Verwertung finden, sofern beide Parteien zustimmen. Der Gegenpartei steht es jedoch frei, den Antrag zu stellen, ein Gegengutachten bei einem gerichtlich bestellten Sachverständigen einzuholen. Am sinnvollsten ist es, wenn sich streitende Parteien auf einen Sachverständigen als Schlichter einigen. Hier können die Gerichte entlastet und die Kosten für einen Streitfall minimiert werden.

Als Beispiel hier ein kurzer Auszug eines Privatgutahten, welches so oder ähnlich des Öfteren vorkommt. Bei einer vorherigen objektiven Beratung durch einen Sachverständigen hätte man sich viel Ärger, Zeit und Gel gespart.

 Auszug Privatgutachten:

Material: Travertin

Travertin
offenporiger Travertin; Privatgutachten

Travertin ist meistens porös und mit Hohlräumen durchsetzt. Oft schließt er bei seiner Bildung Pflanzen und Pflanzenteile ein, die danach zersetzt werden. Die dadurch entstandenen Hohlräume zeigen oft noch die äußere Struktur der Pflanzenteile. Hält danach die Kalkausfällung noch an, so können die Hohlräume unter Umständen noch geschlossen werden, und der Travertin wird fester und gut bearbeitbar.

4. Grundlagen

–           DIN 18332 VOB C Naturwerksteinarbeiten Ausgabe 2012-09

–           DIN EN 12058 Natursteinprodukte – Bodenplatten und Stufenbeläge – Anforderungen

Ausführungsänderungen und Bedenkenanzeigen lagen mir nicht vor.

 

 5. Aufgabenstellung

Es galt zu prüfen, ob

  • die Verfärbungen im Bodenbelag zulässig sind.

6. Untersuchung  

 

6.1 Verfärbungen

Die schwarzen Verfärbungen wurden hauptsächlich im Masterbad vorgefunden. Diese befinden sich Großteils im Hauptnutzungsbereich. Der Travertin ist an den verschwärzten Stellen offenporig. Diese sichtbaren Lunker (Foto) sind mit den Fingerkuppen fühlbar. Auch ist zu spüren, dass der Bodenbelag „stumpfer“ als die Wandbekleidung ist. Dieses ist auf die übliche Nutzung zurückzuführen. Die Materialspezifische Verspachtelung hat sich, in den Bereichen mit wenig Anbindung an den Stein, durch die Nutzung gelöst. Die Verfärbungen entstehen durch Verschmutzung in den hierbei entstandenen, tiefer gelegenen Bereichen. Diese Verunreinigungen lassen sich mit einem Handelsüblichen Heißdampfgerät entfernen.

Ein erneutes verspachteln ist unzweckmäßig, da die nachträgliche Bearbeitung, im eingebauten Zustand, zu größeren optischen Beeinträchtigungen als die Verschwärzung führen würde. Zudem würde sich auch diese Verspachtelung wieder lösen können, da in den kleinen Löchern für die Spachtelmasse nicht genügend Haftungsfläche vorhanden ist.